
Lang ist es her, als ich zum letzten Mal die Zeit fand meine Gedanken zu Ordnen. Soviel ist geschehen und soviel hat sich verändert. Es gab eine Zeit, in der ich dachte mein Ziel erreicht zu haben. Freunde fanden den Weg in mein Leben und ein Weib, das mir jeden Tag aufs Neue zeigt, wie wertvoll sie für mich ist. Doch jeder Gipfel kennt nur Abgänge und so kam es, wie es kommen musste. Jarl Valon entließ mich nach einem Streit aus meinem Schwur. Nur die Wahl blieb ihn zu erneuern oder zu gehen. Eine Wahl, die mir schwerer fiel als ich selbst vermutete und die ich dennoch traf. Mein Weib und ich gingen und zogen auf die Eiseninsel. Der Clan der Eisenbrecher nahm uns herzlich auf. Die Krieger erfreuten sich meiner Rückkehr und die wenigen Weiber nahmen mein Weib in ihre Mitte auf.

Wir waren noch nicht lange auf der Eiseninsel, da ging alles recht schnell. Abgesehen von meiner Verwunderung darüber Nathaira im Clan der Eisenbrecher anzutreffen, als fester Bestandteil dessen, verschwand Björn spurlos. Die Eiserne Verr lag im Hafen doch ein Beiboot fehlte. Bis heute hofft das alte Weib, dass er bald und sicher wiederkehrt aber außer Gerüchten über ihn, konnten wir bis heute keinen echten Hinweis auf seinen Aufenthalt finden. So kam es, dass ich zum Jarl der Eiseninsel von den Kriegern gewählt wurde und nun die Sorge trug, die Eiseninsel und den Clan zusammenzuhalten. Noch hält mich die Eiseninsel fest doch mein Weg zu Jarl Valon ist nicht vergessen. Ich frage mich was wohl passieren wird, wenn wir aufeinander treffen? Was zuvor geschah, ist längst nicht mehr wichtig, es ist Vergangenheit. Zumindest in meinen Augen. Ich werde ihm allein gegenübertreten und von Mann zu Mann mit ihm sprechen oder mich der Gefahr stellen, sollte er Groll hegen und mich angreifen wollen. Ich glaube es zwar nicht aber allein zu ihm zu gehen ist das beste Zeichen des Friedens.

Seit ich das Erbe meines Vaters und Großvaters angetreten habe, war mein Ziel die Versorgung der Insel zu sichern. Der nächste Winter wird kommen und die Umschwünge der jüngsten Zeit haben uns zurückgeworfen. Red, die Bond, die mir Björn überließ, kann der anfallenden Arbeit kaum Folge leisten. Ich sehe sie kaum, da sie stets der Arbeit hinterherhinkt. Ich musste ihr Schlaf befehlen, nachdem sie drei Tage lang kaum geschlafen hatte und sich sogar die Zeit nahm unserem ungeborenen Kind einige Sachen zu stricken. Die kleine Larl von bronzener Haut fordert meine Aufmerksamkeit in der Erziehung. Sie war ein Geschenk von Rayk, der kürzlich in unser Dorf fand und sie mir wie ein Bündel als Gastgeschenk gab. Zu unserem Glück und wie es scheint, von den Asen gesandt, finden mehr und mehr Menschen die Insel. Selten bekommt sie Besuch, doch in letzter Zeit, scheinen wir gar ein Ziel für sie zu sein. So fand der Waldschrat seinen Platz auf der Insel, der zurückgezogen in einer kleinen Höhle im Wald lebt. Bess, die Gerberin, schloss sich ebenfalls dem Clan an und versorgt uns mit Leder und Kleidung, die uns im Winter wärmen soll. Auch der Handwerker Skar, der auf der Eiseninsel geboren ist, wagt sich wieder öfter unter die Meute in der Hall. Sonst hatte er sich nur in seiner Werkstatt aufgehalten, doch etwas bewegt ihn, sich wieder am Clan zu beteiligen. Asa, die Bäuerin, die sich um unser weniges Vieh kümmert ist selten zu sehen doch das Vieh zeugt von ihrer Arbeit und auch Alfgrimr ist zurück auf der Insel, die einst sein Sohn, mein Großvater entdeckte und den Clan darauf begründete. Diese und weitere treffen auf der Insel ein und bringen mit ihrem Handwerk etwas mehr Wohlstand zurück.

Nicht nur Gutes hat die Insel erreicht. Der Waldschrat warnte mich vor einigen Tagen vor einem Rudel Sleens, die ebenfalls einen Weg auf die Insel fanden. Ich vertraue seinem Instinkt. Der alte Drengr mag ein eigenartiger Kerl sein aber den Wald und seine Bewohner kennt er besser als jeder andere auf der Insel. Noch hielten sich die Sleens zurück und näherten sich dem Dorf nicht aber ich traue dem ganzen nicht. Ich kenne zwar die Thassa und ihre Tücken, da sie fast mein ganzes Leben wie eine Heimat für mich war aber dafür lernte ich nie den Wald und seine Bewohner kennen. Ich bin froh jemanden an meiner Seite zu wissen, der das Festland kennt und den Wald ganz besonders. Ich dachte schon daran, Siam aufzusuchen und dort Rat zu holen. Vielleicht werde ich das auch tun aber im Moment ist es Baljaro, der Waldschrat, der mich in dieser Sache berät.

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