
Ein guter Tag nahm seinen Anfang. Wir haben lange darauf gewartet. Jetzt war es endlich soweit und die Nornen sollten uns ihren Weg für uns Preisgeben. Ich bin und war schon immer ein ungeduldiger Mann und das spürte ich an diesem Tag besonders. Ich holte Elin aus der Brauerei und nahm die mit zur Hall. Svea war schon vor uns angekommen. Enya kam hinzu, Jelena und Johanna folgten. Doch der Jarl lies auf sich warten. Ich kontrollierte fast ununterbrochen alle Eingänge während ich den Weibern lauschte. Svea erklärte Elin was es mit den Nornen auf sich hat und stillte damit deren Neugier. Als der Jarl endlich die Hall betrat atmete ich erleichtert auf und war bereit ihm zu folgen.
Er führte uns in einen Raum in der Hall, in dem ich vorher noch nie war. Er saß in der Mitte, Svea und ich saßen uns an seiner Seite gegenüber. Er warf die Runensteine in eine Schale und übergoß diese mit Blut. Ich will gar nicht wissen, wessen Blut es war. Ich sollte als erstes einen Stein ziehen. Ich sah Svea in die Augen während ich in die Schale griff, um den ersten Stein zu ziehen. Ich zog Dagaz, eine Rune, die nach seiner Aussage zu mir passt. Sie gehört den Tiwaz Runen an welche für Stärke, Ehre, Opferbereitschaft und Mut, für das Richtige einzustehen stehen. Die Rune selbst aber steht für Erneuerung und dafür, dass auf die Dunkelheit stets das Licht folgt.
Auch Svea war an der Reihe. Sie zog die Rune Sowilo und nach Jarl Valons Worten, passte auch diese zu ihr wie die blanke Faust aufs Auge. Ihre Rune gehört den Hagalaz Runen an. Diese Stehen für Veränderung im Sinne der Entwicklung aber auch für Herausforderungen und Prüfungen. Sie stehen auch für Zerstörung und Erneuerung. Die Rune selbst aber, so sagte er, steht für Klarheit und Erfolg der auf die Dunkelheit folgt.
Wenn man bedenkt, dass ich vor einiger Zeit noch ein Räuber der Thassa war und mein Leben darin bestand anderen das Leben auszuhauchen, um ihnen zu nehmen, was sie besitzen. Meine künftige, die für viel Ärger gesorgt hatte, welcher sich in der Scheidung durch den Jarl vom Fischer zuspitzte. Kann ich nur sagen, dass die Runen uns sehr genau trafen. Sie erkennt bereits, dass sie sich auf einem guten Weg befindet und ich habe ein neues Leben im Clan begonnen. Nun war es an Jarl Valon uns zu deuten, was die Runen für uns bedeuten. So sagte er, dass wir uns so einigen Stürmen gegenüber stellen müssen. Er Prophezeite uns, dass wir immer wieder geprüft werden und uns gemeinsam diesen Prüfungen stellen müssen. So ungeduldig ich bin, so entschlossen werde ich sein, der Fels zu sein, den sie braucht. Besonders gefiel mir jener Satz den er zu uns sagte.
„Es braucht Geduld, um ein gutes Haus zu bauen und ein stabiles Haus hält auch dem Unwetter stand.“
Ein weiser Mann, unser Jarl und Runenpriester. Ich staune immer wieder wo die Runenpriester ihre Worte hernehmen. Er erinnerte mich ein wenig an den alten Alfgrimmr.
Jarl Valon führte mich und Svea zu unserer künftigen Hütte. Dort besprach ich mit ihm noch einige Dinge und Formalitäten. Wie den Tag, an dem unsere Gefährtenschaft vollzogen wird. Dass ich direkt in die Hütte einziehen werde und das Wichtigste, meinen Gast zur Feierlichkeit. Meine Mutter. Ich weiß, dass sie eine Vergangenheit mit diesem Clan hat und Stella die Händlerin hat nicht überall einen guten Standpunkt. Dennoch sei sie willkommen und dafür danke ich dem Jarl. Ich gebe nicht gern zu, dass mein Blut in den Süden reicht aber sie war mir einst eine gute Mutter und das soll nicht vergessen sein. Doch eines kann ich Sicher sagen. In meinen Adern ist kein Sand zu finden. In meinen Adern fließt Salz und Wasser.
Später traf ich noch Gerwin und ich muss Sagen, der Kerl haut mich immer wieder um. Er steckt voller Überraschung. Als ich ihn darum bat das Schwert der Ahnen für mich zu schmieden, meinte er nur, es sei schon fertig. Er konnte es mir sogar zeigen. Er sagte, dass er schon geahnt hätte, dass ich und Svea bald die Gefährtenschaft feiern und sich so längst die Arbeit gemacht hatte. Er legte es uns und Valon in seiner Schmiede zur Abholung bereit. Danach folgte der nächste Schlag. Er trank mit mir ein Met.
Der junge Krieger weiß genau, wie er mich immer wieder ins staunen versetzt. Ich bin froh ihn an meiner Seite zu wissen und bin ihm dafür dankbar, dass er so weitsichtig war, uns das Schwert schon im Vorhinein zu schmieden.
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