Das Opferfest

Eine Hand ist vergangen seit ich mit Valon das Gespräch geführt hatte in der Heilerei. Viel ist seitdem geschehen. Noch während mir das Met Verbot anhaftete, verabreichte Finja mir einen Schluck mit einem Kuss. Ich spielte eine hervorragende Partie Berserker gegen die Bondmaid Aleiga und verlor kläglich. Jelena, die Brauerin erfreut sich daran. Sie hat damit erreicht, dass meine künftige Gefährtin das Bett statt dem Fell mit mir teilen wird. Das schlimmste aber ist, dass die Sa-Tarna-Felder nur schlecht wachsen. Sie sind bei weitem nicht so weit, wie sie um diese Zeit sein sollten und so hoffe ich, dass uns die Götter beistehen werden nach dem Opferfest.

Es waren fast alle anwesend. Sunja musste noch das Fell hüten. Unsere Gedanken waren dennoch bei ihr während der Opferzeremonie. So standen wir nun alle am Runenberg versammelt. Das Feuer loderte und war hungrig wie eine Scharr von Sleens. Es ragte hoch und warf sein Licht auf uns. Eothret, der Feinschmied trat als erstes vor. Er opferte einen Bogen und warf ihn ins Feuer. Nach ihm folgte ich und opferte den Helm, den mir Gerwin geschmiedet hatte. Er sah aus wie der meines Vaters Duncan. Das Feuer umschloss die beiden Dinge wie der Kennel eine Sklavin. Nach und nach folgten alle. Svea opferte einige Kräuter und einen blauen Stein. Die Kräuter färbten den Rauch kurz und ein würziger Duft verbreitete sich. Der Fischer Anteo opferte seine Mütze. Ich weiß nicht ob er das Fest ernst genommen hat aber er ist ein Südwurm und ich respektiere seine Teilnahme an unseren Bräuchen. Lynn opferte ebenfalls einen Bogen und die Sklavin Merle eine Schachtel mit Erde. Siam, der Slaver opferte Blut. Etwas vom Blut seiner Bondmaid. Am Ende opferte Jarl Valon das alte Brandeisen der Fehu Isa, das Jarl Vali vor ihm schon nutzte.

Nach dem Fest verlief sich alles. Ich denke die meisten werden zu Hall gegangen sein. Ich ging einen Teil des Weges mit Anteo dorthin blieb jedoch bei Nathaira am Feuerplatz zwischen dem Runenplatz am Berg und der Hall hängen. Sie las aus meiner Hand während ich sie nach Duncan fragte. Es war eine seltsame Begegnung für mich. Sie ist alt und ihr Wissen ist groß. Ich kenne sie noch nicht lange doch sie kennt meinen Vater Duncan und meinem Ziehvater Björn seit hunderten Zyklen. In ihren Augen ist etwas unheimliches und doch warmes zu finden. Dennoch ist sie auf ihre Weise seltsam und eigenartig.

Sie war längst fort und ich starrte noch ins Feuer, da hörte ich meinen Namen rufen. Svea rief nach mir. Ich kann nur einen Arm einsetzen aber für eine Axt reichte es und so nahm ich sie in die Hand und lief los. Sie war nicht weit von mir entfernt. Als ich sie fand lag sie auf dem Waldboden, neben ihr eine Fackel. Ich nahm diese mit der frisch befreiten Hand und leuchtete alle Richtungen aus. Kein Feind war zu sehen. Also half ich ihr auf und nahm sie mit zur Feuerstelle. Ich erzählte ihr die Geschichte zweier Männer, die ihr Herz verglichen. Sie war wohl zu tränen gerührt. Als Kind liebte ich diese Geschichte. Shee, die Bond meines Vaters damals, erzählte mir die Geschichte so oft, dass ich sie noch heute höre, wenn ich daran denke. Bald werde ich sie hoffentlich meinen Kindern erzählen.

Ich begleitete Svea bis vor die Heilerei und begab mich zurück in die Mühle. Ich hatte noch viel nachzudenken über das gesprochene. Bald werden uns die Runen gelegt, mir und Svea und wir hoffen beide sehr, dass die Asen uns gutes bereiten.

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