
Svea versorgte mich gut, seit ich als Gefangener in der Heilerei gelandet bin. Ein notwendiges Übel, wenn man wieder auf die Beine kommen will aber eins, das ich bereit bin, über mich ergehen zu lassen. Da lag ich nun. Verwundet an Schulter und Arm. Ein Weib das bald meine Gefährtin wird mahnte mich mit strengen Worten. Doch konnte ich die Wärme und ihre Sorge um mich in ihren Augen sehen. Da wusste ich, sie war es wert. Zumindest dachte ich das zu diesem Zeitpunkt.
Nach Gerwins kurzem besuch bei mir folgte der Jarl. Wir beide sind die Söhne großer Männer. Ja, ich hasse meinen Vater aber ich habe ihn respektiert. Unsere Väter kannten sich und beide waren die Jarls ihres Clans. Verschiedene namhafte Familien aus dem Torvaldsland nennen sich unsere Ahnen und in der Freundschaft unserer Väter waren sie auf gewisse weise verbunden. Der Einfluss der Feuerbringer gründet tief in Fehu Isa. Wir Söhne gingen jedoch verschiedene Wege. Während Valon in die gewaltigen Fußstapfen seines Vaters trat, habe ich den Weg eines Seeräubers gewählt, der die Thassa bereist und Piraten mit einem lächeln im Gesicht verfolgt. So folgte also ein Gespräch zwischen uns, das einst auch Svein Bluetooth und Ivar Forkbeard hätten führen können.
Er sagte mir, was er von meinem Raubzug hielt. Ich erklärte mich nicht, stattdessen erinnerte ich ihn daran, dass ich ein Krieger der Thassa bin. Was ich erklärte ist allerdings, dass ich keine Münze habe, um meiner künftigen ein Geschenk zu kaufen. Ich habe nur das, was der Clan mir gibt und das was meine Äxte mir einbringen. So kenne ich es seit mehr als 176 Zyklen und so musste ich handeln. Doch Jarl Valon ist kein einfältiger Mann. Das bewies er mir. Ich habe ihm das Schmuckstück gereicht und ihm gesagt, dass es nur Beute ist. Er habe das Recht darauf es an sich zu nehmen. Ich war gespannt auf seine Reaktion. Er wusste, dass es als Geschenk für Svea gedacht war und als Krieger von Ehre lehnte er es ab. Er hätte es nehmen können. Spotten darüber oder es einem anderen Weib schenken. Stattdessen lehnte er ab und sagte mir, dass es das nicht wert war eine Axt im Dorf zu verlieren. Meine Antwort war klar. Das Schmuckstück war es nicht Wert. Obgleich es ein Saphir von Shendi ist. Svea, sie war es wert und genau das sagte ich im auch. Ich war zu diesem Zeitpunkt überzeugt von dem was ich sagte. Der Jarl aber antwortete in seiner Weisheit, dass nicht einmal sie es Wert ist. Kurz kam Zorn in mir auf doch erklärte er mir, dass auch sie jetzt eine Axt weniger zu ihrem Schutz hat. Durch mein Handeln und die Folgen meines Tuns, werde ich nicht mehr in der Lage sein sie zu verteidigen, wenn gerade jetzt ein Angriff erfolgt. Mit diesen Worten ging er und ich wusste, er hat recht.
Svea wurde sanftmütiger als der Jarl mir diese Worte ins Gesicht donnerte wie Thor seinen Hammer auf seinen gewaltigen Amboss. Er sprach ruhig und die enttäuschung klang mit aber er traf, schlimmer als der Pfeil. In all der Zeit auf der eisernen Verr habe ich vergessen, wie es ist einem Clan auf dem Festland anzugehören. Ich gebe zu, mein Stolz war stärker als mein Verstand in dem Moment als ich loszog, um meiner zukünftigen ein Geschenk zu machen. Der Gedanke an einen letzten Raubzug, der letzte Kampf an der Seite der Männer der eisernen Verr und an der Seite von Björn Eisenbrecher, der mich einst aufnahm vernebelte meinen Geist. Ich habe mich vor mir gerechtfertigt in dem ich mir sagte, es sei für Sie. Stattdessen bezahlt Fehu Isa nun mit einer Axt den Preis für meinen Stolz. Solange ich nicht fähig bin zu Kämpfen muss ich mich fragen, wer ist schuld? Ein Angriff, ein Verlust und die Frage ob ich es hätte ändern können.
Jarl Valon hat bewiesen warum er ein fähiger Jarl ist. Jetzt muss ich beweisen, warum ich ein fähiger Krieger des Clans bin. Ich habe aus dem Gespräch gelernt, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe. So erkenne ich nun, dass die Asen an meiner Seite waren, damit ich diese Lektion lernen kann. Ich werde mich also stellen und von meinem Clan lernen. Der erste Schritt sollte sein, denjenigen zu Ehren den ich Vater nenne und dessen Leben ich im Duell genommen habe. Der Helm, den Gerwin mir vor einiger Zeit angefertigt hat ist eben jener, den mein Vater stets trug. So werde ich diesen opfern in Ehren meines Vaters, den ich mehr und mehr zu verstehen beginne, seit ich mich dem Clan angeschlossen habe.
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