
Alles begann so harmlos. Die wacht am Wall war zu Ende. Jelena wählte einen Champion um unsere Wette zu ihren Gunsten zu drehen. Enya begleitete unsere Gäste Acon und Lavi zur Heilerin und ich? Ich machte mich auf zur eisernen Verr. Wo mein Vater schon wartete, um mit mir einen Raubzug zu begehen. Ein Geschenk für meine künftige Gefährtin soll mir dabei in den Schoß fallen. Ich habe kein Kupfer, um eines zu kaufen. Dafür habe ich Salz und Wasser in den Adern und Äxte, die mir geben was ich will. Ein letzter Raubzug mit den Eisenbrechern der Thassa. Der stinkende Sven, Konrad das Messer und Sören Hammerschwinger nahmen mich direkt in den Arm als ich das Schiff meines Vaters Björn betrat. Ein letztes mal mit den rauen Haudegen auf den Wellen der Thassa reiten. Dann kehre ich diesem Leben den Rücken und gebe mich meiner künftigen Familie hin.
Ich war müde von der Wacht am Wall und so habe ich mich den Fellen hingegeben. Ich konnte einiges an Schlaf nachholen aber wie sollte ich lange schlafen? Ein Sturm zog auf. Das Schiff schwankte wie die Peitsche eines Slavers und riss mich aus dem Schlaf den ich so nötig hatte. Die anderen lachten dem Sturm entgegen. Früher lachte ich auch aber ich dachte an das Weib, das ich gewählt hatte für mich. Ich musste Gesund bleiben also tat ich was ein Mann der Thassa tun muss. Ich legte das Tau um meine Hüften und unterstützte die Mannschaft mit allem was ich zu leisten vermochte. So viele Ahn voller Donner der von Thors Hammer stammt und den Blitzen, die ein ums andere mal in die Wellen der Thassa schlugen. Seehosen die uns umkreisten. Kurzlebige Wirbelstürme die sich ihren Weg über das Wasser bahnen ohne Rücksicht und Gnade. Wir ruderten um ihnen auszuweichen mit aller Kraft. Solange, bis der erste Sonnenstrahl das salzige Wasser trifft und wir den Sturm hinter uns ließen. Jedoch nicht ohne Verluste. Ran holte Konrad das Messer zu sich in die eisige Thassa. Kein gutes Ende für ihn und die anderen, die ihm folgten.
Endlich! Land und obendrein eine kleine Stadt. Wir landeten am Hafen. Wir gaben uns als Händler und verteilten uns in der Stadt. Jeder wusste genau was zu tun ist. Niemand ging allein, doch nie mehr als Drei an der Zahl. Kleine Gruppen fallen nicht auf, die ganze Crew schon. Ich ging mit Björn Eisenbrecher und Sören Hammerschwinger. Wir haben uns als Besucher des örtlichen Tempels ausgegeben, um den Toten unsere Ehre zu erweisen. Wir kamen gerade an, da hörten wir in der Ferne das erste Kampfgetümmel. Es geht los!
Wir zogen unsere Äxte, versteckt unter unseren Mänteln. In grausamer Kampfeslust töteten wir die Menschen, die im Tempel waren. Ich setzte meinen letzten Schlag und spaltete den Schädel eines Mannes der blauen Kaste, der sich im Tempel aufhielt. Björn und Sören waren bereits vor dem Tempel und die Rotröcke griffen sie an. Ich stürmte zum Eingang des Tempels. Doch bevor ich ihn erreichte, schlossen sich die Türen und wurden versperrt. Ich wusste bereits was los war. Welches Schicksal mich ereilen würde.
Ich beschloss allein unter den Toten zu sitzen. Die Äxte in der Hand und ohne Schild. Ich wartete. Die Kampfgeräusche wurden leiser, die von Außen zu hören waren. Was folgt ist die Stille. Die Ruhe, die man auch als Ruhe vor dem Sturm kennt. Die Kämpfe waren beendet und ich stand auf. Meine Augen fixierten die Türe. Keine Möglichkeit dem zu entkommen, was auf mich wartet. Sie öffnen sich. Endlich. Ich hatte das warten satt und wusste, nur Odin kann mir jetzt noch beistehen. Es waren vier an der Zahl. Vier Rotröcke mit Schwertern und Schilden. Helme aus goreanischem Stahl und ohne Furcht in den Augen.
Ich dachte an Svea und wie enttäuscht sie sein wird, wenn ich diesen Kampf verliere. Ich sah jedem von ihnen in die Augen. Eins muss man ihnen lassen. Die Krieger der roten Kaste scheuen keinen Kampf. Ein Krieger des Torvaldslandes jedoch auch nicht. Ich lachte ihnen laut ins Gesicht. Sie standen nur da und machten ihren ersten Fehler. Während ich sie anlachte, schwang ich eine meiner Äxte wie ein Wurfbeil und beförderte den ersten Krieger nach Valhalla oder wo immer diese Südwürmer im Tod hingehen. Der Kampf begann und mit dem Stiel meiner verbleibenden Axt wehrte ich den Hieb eines Rotröckigen Bastards ab. Ein Tritt gegen den nächsten folgte. Ich packte den abgewehrten und warf ihn gegen den Dritten Rotrock im Bunde. Ich zog meine andere Axt mit einem kräftigen Ruck aus der Brust des Toten.
Damit waren die Fronten geklärt. Sie umkreisten mich während ich auf den richtigen Moment wartete die nächste Offensive zu starten. Ein Hieb von vorne, ich wich aus, ein zweiter direkt von der Seite streifte mit der Klinge meinen Unterarm. Ich hatte Glück, keine Wunde aber die nächsten Angriffe folgten. Ich blieb in steter Bewegung. Ich wehrte ab und wich aus und da war der Moment. Ein harter Hieb und der Schädel fiel vom Hals des nächsten Rotrocks. Der Weg zur Tür war weit aber jetzt erreichbar. Sie hielten mich auf Trab. Ich war aufmerksam und konnte mich halten. Dennoch traf mich ein weiteres mal die klinge am Oberarm und diesmal entstand eine klaffende Wunde. Ich fühlte das warme Blut, das aus der Wunde trat. Kein Grund aufzugeben aber die Wunde schränkte meine Bewegungsfreiheit enorm ein.
Ein Hieb zum einen, ein Stoß zum anderen und der Weg zur Tür war frei. Ich lief! So schnell mich meine Beine tragen konnten. Die beiden folgten mir ohne zu zögern und schrieen wie verdammte Vulohähne am Morgen. Jeder Rotrock der Stadt wurde auf mich aufmerksam aber ich hielt nicht an. Der Hafen war bereits in Sichtweite. Ich erreichte ihn, dann spürte ich den ziehenden Schmerz an der Schulter. Ich fiel. Ein Pfeil durchbohrte meine Schulter und ich stürzte direkt in die Thassa. Ich erinnere mich daran während des Falls den Namen der jungen Heilerin gerufen zu haben. Alles wurde Schwarz.
Als ich zu mir kam steckte der Pfeil noch in meiner Schulter. Ich konnte mich nicht bewegen und um mich herum Standen die Eisenbrecher der eisernen Verr. Sören nicht. Ich sah seine Leiche bevor ich den Hafen erreichen konnte. Björn lachte als er sah, dass meine Augen sich öffneten. Er steckte mir etwas zu. Ich weiß nicht was aber ich weiß, dass es Sveas Geschenk sein wird. Ich verlor wieder das Bewusstsein. Als ich die Augen erneut öffnete lag ich zwischen Mühle und Tor der Fehu Isa. Der Suffkopf Olaf dagegen schlief. Ich versuche mich wach zu halten aber wieder verlor ich das Bewusstsein. Der Pfeil noch immer an Ort und Stelle.
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