Ein Sleen im Dorf

Ein Tag wie jeder andere. Dachte ich zumindest als ich mich auf dem Stuhl neben der Hall niedergelassen hatte. Nicht lange, dann standen sie um mich herum und ich konnte das Dorftreiben beobachten. Finja die alles stehen und liegen ließ, um mich zu bedienen und eine Brauerin, die sie dafür strafte, weil sie alle anderen Weiber um mich herum ignorierte. Merle, eine weitere Bondmaid, die wohl hoffte ohne Arbeit an uns vorbei zu kommen und mich dabei noch nicht kannte. Frech aber auf eine Weise, die akzeptabel ist. Eine junge Heilerin, die mein Weib werden soll und bei der ich das Gefühl hatte, dass sie nur ungern das Gespräch mit ihrem Vormund suchte. Als letztes waren da noch Johanna, die Töpferin und ihr Gefährte Gerwin, der Schmied.

Gerwin hatte etwas dummes gesagt. Dem folgte ein Missverständnis und ich wusste, ich muss das jetzt unterbinden, sonst gehen die Gerüchte um und jemand muss darunter leiden. Also habe ich das Missverständnis aufgeklärt und gefordert nicht mehr darüber zu sprechen. Ich hoffe es reicht, denn es hängt viel davon ab. Der junge Schmied ist ein Bosk von einem Mann aber gelegentlich unüberlegt. Ich konnte die Situation retten aber was wenn ich nicht dabei bin?

Svea war inzwischen bei ihrem Cousin Siam und hat das erwartete Gespräch geführt. Während Merle von einem offenen Gatter beim Sleengehege sprach, habe ich mir eine Ausrede gesucht um Svea allein zu sprechen. Ich musste Wissen was sie weiß aber unser Gespräch war schnell unterbrochen worden. Ärgerlich aber ich musste zu Gerwin am Sleengehege. Da habe ich erfahren, dass ein Sleen fehlt. Abgesehen davon, dass ich erfuhr, dass überhaupt diese Viecher im Dorf gehalten werden. Was das angeht werde ich mit Siam noch ein Wort sprechen, denn ein entflohenes Sleen ist der Grund, warum es eine dumme Idee ist, sie zu halten.

Wir beschlossen nach unserem Misserfolg, das Vieh zu finden uns in der Hall zu treffen und dort zu bleiben, solange ein Sleen im Dorf frei herumläuft. Bei der Gelegenheit habe ich etwas mit Merle gemacht, das ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Den Met von der Haut einer Bondmaid zu trinken ist etwas, das ich in meiner Jugend geliebt hatte als ich noch in Fjölnir lebte und jede Bond nahm, die mir zwischen die Finger kam. Schließlich habe ich mich aber von den anderen verabschiedet mit der Ausrede nach den Bosk und Verrs im Dorf zu sehen, wegen der Sleen Gefahr. Tatsächlich hatte ich andere Pläne.

Ich schlich mich also zur Heilerei und suchte Svea auf. Ein kurzes Gespräch, das Aufschluss gab. Jetzt weiß ich was zu tun sein wird. Selbstverständlich kann ich nicht zulassen, dass ihr etwas Geschieht und so hab ich mich auf der Bank vor der Heilerei niedergelassen um Wache zu halten und Ausschau nach dem freilaufendem Sleen im Dorf.

Ein Sleen ist eine Sache und ich gebe zu, mir wäre jede Jagd und jeder Kampf bei weitem lieber gewesen als die Prüfung, die mir auferlegt wurde von Siam. Ich soll warten. Nichts tun. Einfach nur Warten.

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