Zwischen Stahl und süßen Blüten

Manchmal sind es nicht die großen Kämpfe, die einem im Gedächtnis bleiben, sondern die seltsamen kleinen Dinge eines gewöhnlichen Tages.

Nach den letzten Ereignissen fand ich mich irgendwann auf einer Bank im Dorf wieder. Offenbar hatte mich der Schlaf übermannt. Ich erinnere mich nur an einen schlechten Traum, dann an den Moment, in dem ich hochfuhr, beide Äxte in den Händen, bereit einem Feind gegenüberzutreten, der gar nicht da war. Stattdessen stand dort nur die Heilerin mit einem Korb in der Hand und vermutlich dem Schreck ihres Lebens.

Wie sich herausstellte, zog es sie vor die Palisade. Irgendwelche Pflanzen, die in voller Blüte standen und deren Nutzen sich meinem Verständnis zunächst vollständig entzog. Ich hielt es dennoch für klüger, sie nicht allein ziehen zu lassen. Also begleiteten wir sie hinaus in die Dunkelheit, Finja mit dem Korb, ich mit den Äxten.

Während die beiden Blüten sammelten und über Tiere, Eier und Dinge sprachen, deren Sinn ich nur zur Hälfte verstand, hielt ich Ausschau. Die Wälder sind kein Ort, den man unterschätzen sollte. Wer die Thassa kennt, weiß, dass Dunkelheit selten ein Freund ist.

Ein Tabuk kreuzte unseren Weg. Für einen Augenblick dachte ich an Fleisch, nicht an Gefahr.

Zurück in der Hall machte sich die Heilerin an ihr Werk. Aus den gesammelten Blüten, Fett, Mehl, Milch und Eiern entstand etwas, das ich zunächst mit erheblichem Misstrauen betrachtete. Ein Mann sollte Fleisch essen. Oder Fisch. Dinge, die sich eindeutig als Nahrung erkennen lassen.

Doch ich irrte.

Die Blüten waren überraschend gut. Nicht besser als ein saftiges Tabuk, aber gut genug, dass der Teller nicht lange voll blieb.

Gerwin begegnete uns ebenfalls wieder. Mein Helm wartet auf mich, wie es scheint. Bald wird eine alte Angelegenheit ihren Abschluss finden.

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