Drei Finger voller Arbeit

Es gab einiges zu erledigen in letzter Zeit. Ich hatte nicht einmal die Zeit über das Nachzudenken was am Tag so geschehen ist. Zu lange waren sie und zu Müde mein Verstand. War ich nicht bei der Arbeit, war ich in der Hall oder wo immer ich gerade gebraucht wurde. Ich habe dennoch über vieles nachzudenken und in vielem den Grund zu finden.

So war der erste Finger der, an dem ich nach langer Arbeit wieder in die Hall einkehrte. Dort angekommen, sehe ich eine Schaar von Weibern und Eothret den Feinschmied. Bei ihm waren Sunja, jelena und Svea. Ich scheine zum richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein. Sunja wollte wohl etwas in Auftrag geben beim Schmied, was genau, habe ich aber nicht wirklich verstanden. Es ist mir auch einerlei, denn es geht mich nichts an.

Svea schien aber meine Person zu brauchen. Es ging um das Fell, das sie mir überlassen wollte für die neue Kleidung, die Talena mir Schneidern soll. Es soll besonders Wasserabweisend sein. Jelena hingegen wollte mich auch sprechen. Da ging es um Elin, die Bondmaid, die sie mir vorübergehend überlassen hatte. Ich fürchte, sie fürchtet sie nicht wieder zu bekommen. Ich habe ihr erklärt, dass sie nach der Aussaat auf den Feldern das Mädchen zurück bekommt.

Ich dachte schon ich habe es hinter mich gebracht und kann endlich in die Hall und mich dem Met hingeben, da stand plötzlich auch noch ein Kerl hinter mir mit seiner Bondmaid. Ich habe den Braten schon gerochen als ich ihn gesehen habe. Seine Bond kniete und blieb auf dem steinigen Boden sitzen. Nur ein Südwurm würde sein Mädchen knien lassen bis ihre Beine daran kaputt gehen. Genau das sagte ich ihm auch. Er stellte sich vor als Händler. Wie vermutet aus dem Süden. Ich war nicht unbedingt freundlich aber Tyrus oder Tyras, wie immer er sich nannte war wohl ein humorvoller Mann.

Svea war längst weg und erwähnte mich sprechen zu wollen. Also habe ich Eothret allein mit ihm und Jelena gelassen. Ich denke der alte Schmied wird damit fertig werden.

In der Heilerei angekommen, waren da Sunja und Svea. Sie sprachen über etwas. Worüber genau habe ich ebenfalls nicht mitbekommen. Sunja hat uns recht schnell verlassen. Boskmist, hatte der Jarl erst kürzlich schon einmal angesprochen, dass es bedenklich ist, wenn ein Weib und ein Kerl allein in einem privaten Raum sind. Die Heilerei ist zwar nicht unbedingt so Privat, dass nicht jederzeit jemand verletzt hereinplatzen kann aber es war jetzt wie es war.

Sie gab mir das versprochene Fell und ich nutzte die Gelegenheit mir die Heilerstube dabei anzusehen. Früher oder später kommt der Moment, an dem ich dort liegen würde und es in Sunjas und Sveas Händen liegt ob ich lebe oder sterbe. So oder so, das Gespräch ging lang und sie sagte mir, dass Jarl Valon ihr wohl erlaubt hatte, das Bogenschießen zu erlernen. Sie wollte faulige Feldfrüchte von mir. Früchte die ich nicht habe. Die Aussaat war zu diesem Zeitpunkt noch nicht erledigt. Diese fauligen Früchte sollen ihre Ziele sein. Als ob ich faulige Feldfrüchte bei der Ernte erwarte.

Nach dem Gespräch ging ich wieder in die Hall und konnte mich endlich auf einer Bank niederlassen. Natürlich nicht ohne wieder auf ein Weib oder in diesem Moment sogar zwei davon zu treffen. Jelena und Johanna haben sich zu mir Gesellt. Bei der Gelegenheit konnte ich endlich ein Thema ansprechen, das mich interessiert. Ich habe das Schiff nicht umsonst verlassen. Ich habe einfach nachgefragt welche Weiber im Dorf keinen Gefährten haben, da auch ich so langsam daran denke nachkommen zu zeugen. Auf dem Schiff unmöglich aber mit dem Schutz eines Clans im rücken eine gute Sache. Für die Familie, den Clan und das Kind, das dabei herauskommt.

Die Antwort war ernüchternd. Es gab nur Svea, die Cousine des Slavers, Siam. Das heißt, wenn ich nach der Sache mit den Wilden ein Weib meine Gefährtin nennen will, müssen entweder neue Weiber ins Dorf oder ich nehme Svea. Sie ist sicherlich ein schönes Weib aber stürmisch und hitzköpfig. Dazu kommt, dass ihre Trennung vom Fischer erst kürzlich geschah und Siam, wie auch Valon werden sie keinem zur Gefährtin geben, von dem sie nicht glauben, dass er mit ihr besser kann als der Fischer. Wer weiß, was passieren wird, bis sich die aktuelle Lage wieder entspannt. Da die Auswahl gering ist, werde ich Svea jedoch im Auge behalten und entscheiden ob sie ein gutes Weib an meiner Seite wäre oder ob es besser wäre mir ein Weib wo anders zu suchen.

Der nächste Finger war sehr Arbeitsreich. Ich habe Jelena getroffen auf dem Weg zu Glen. Sie war wohl etwas schlechter Laune aber sie hat sich schnell bereit erklärt auf dem Feld zu helfen. Ich musste zu Glen um Aleiga und den alten Bosk Manni abzuholen. In der langen Zeit auf der Thassa habe ich nur selten diese Tiere gesehen. Groß, stark und doch haben sie ein ruhiges Gemüt. Für die anderen ist es wohl kein besonders interessantes Tier aber ich konnte meine Augen kaum von Manni abwenden.

Auf dem Feld angekommen, hat Aleiga mit dem Bosk begonnen zu Pflügen. Die Säcke mit dem Saatgut hatte ich bereits draußen am Wall bei den Feldern platziert. Der Bosk hatte seine Arbeit schnell erledigt, die eigentliche Schinderei begann erst danach. Ich und Jelena warfen uns in den Dreck des Ackerbodens und setzten Samen um Samen in die Erde. Valon und Gerwin kamen hinzu und beide packten tatkräftig mit an. Gerwin ist mindestens so Stark wie der Bosk und sein Wille muss unerschütterlich sein. Der junge Hüne arbeitete mindestens genauso Hart wie die anderen aber während uns der Schweiß von der Stirn rann, schien es bei ihm als mache er das beiläufig. Er steckt voller Überraschungen. Auch Jarl Valon hat mich überrascht. Nicht selten sitzen Jarls in ihrer Halle am Thron und treffen Entscheidungen oder sprechen von Arbeit, die sie selbst nicht ausführen. Dieser Kerl aber wirft sich mit uns in den Dreck und lässt Taten sprechen. Dafür hat er meinen Respekt. Unsere Väter waren Freunde. Wenn sein Vater so war wie er, kann ich es auch verstehen.

Natürlich habe ich angesprochen, dass ich eine Sklavin brauche, der ich einmal diese Arbeit erkläre aber nicht mit dem Erfolg den ich mir erhofft hatte. Zudem habe ich angesprochen, dass ich einen Plan habe, was die Wilden angeht. Auch da hatte ich wenig erfolg aber er hört zu. Ich respektiere seine Entscheidung. Er ist ein Mann, der abwägt. Er versucht weise zu entscheiden und dem kann ich folgen.

In der Hall haben wir näher darüber gesprochen. Ich habe vorgeschlagen, dass wir es wie einst Forkbeard handhaben sollten. Wir sollten einen Grund finden einen von uns in ihr Dorf zu bringen und uns so Informationen einholen. Er schien nicht begeistert von meinem Plan. Dennoch hat er mich damit betraut Informationen zu sammeln. Nach unserem Aufenthalt in der Hall habe ich Gerwin gesagt, dass ich mir seine Waffen ansehen werde.

Also habe ich das auch noch in der selben Nacht getan. Ich habe einen passenden Bogen, eine Axt und einen Schild für mich gefunden. Sie liegen mir gut in der Hand und sollten mir helfen im Kampf gegen die Wilden, wenn es soweit kommt. Ich brauche nur noch einen Helm. Einen passenden fand ich nicht. Ich muss wohl bei Gelegenheit mit Gerwin darüber sprechen.

Die Arbeit war getan. Ich habe was ich Brauche. Zeit die Ruhe zu genießen. Ich habe lange geschlafen. Ich wurde immer wieder wach und ging nach draußen zum Pissen aber das stört mich nicht. Irgendwann hielt ich es trotzdem nicht mehr aus im Fell zu liegen. Also habe ich beschlossen dem nach zu geben und stand auf. Elin putzte die Mühle. Ein fleißiges Mädchen und ein wundervoller Anblick auch wenn meine Augen noch schwer waren vor Müdigkeit. Es hat etwas gedauert aber sie war nicht so aufgeweckt wie sonst. Es kam sogar das Thema auf, warum ich sie nicht bestrafen würde. Ich sagte ihr, dass sie gute Arbeit leistet und es für mich keinen Grund dazu gab.

Sie war eine angenehme Bondmaid. Sie Arbeitet hart, dient gut im Fell und ist nicht aufs Maul geflogen. Ich bin es nicht gewohnt eine Bondmaid zu besitzen aber sie machte es mir einfach. Zu schade, dass ich sie zurück geben musste aber ich gab mein Wort und mein Wort zählt.

Also machten wir uns auf in die Hall. Davor traf ich Gerwin und den Fischer aber mein Ziel war klar. In der Hall traf ich dann auch Jelena. Wir setzten uns. Elin brachte mir Met und kümmerte sich darum, dass alle bekamen was sie wollten. Ich machte Jelena ein Angebot für Elin. Ich bin nicht wohlhabend aber für den ein oder anderen Gefallen zu gebrauchen. Also bot ich ihr genau das an im Austausch für Elin. Sie lehnte ab aber ich bin sicher, der Finger kommt und sie wird darauf zurückgreifen. Bis dahin darf ich Elin für die Arbeit einspannen und sie weiterhin mit in meine Felle ziehen. Wer kauft die Boskkuh, wenn er die Milch auch so haben kann? In diesem Fall würde ich sogar.

Gerwin hat uns während des Gesprächs verlassen aber sein Weib, Johanna kam hinzu. Ich hab es mir nicht nehmen lassen Elin auf meinen Schoß zu ziehen und ihre Wärme zu genießen. Momente, die unser Gemüt aufrecht erhalten, wenn wir Krieger wieder in den Kampf ziehen. Jelena war wohl recht Müde. Sie schlief in der Hall ein und Elin brachte sie in die Stube, wo die Weiber im Angesicht der Gefahr durch die Wilden zur Zeit schlafen. Auch der Fischer und Johanna schienen fort zu müssen. Da saß ich nun und beschloss mir dieses Berserkerbrett einmal genau anzuschauen.

Es verging eine Weile, dann stand sie vor mir. Svea, die Heilerin suchte erneut das Gespräch mit mir. Sie offenbarte mir die Konsequenzen für unser Gespräch in der Brauerei. Ich hingegen offenbarte ihr, dass sie im Moment die einzige freie Frau ist, die im Dorf in Frage käme, meine Gefährtin zu werden. Sofern ich mich nicht dazu entschließe anderswo ein Weib zu finden. Sie erzählte mir ihre Geschichte im Laufe unserer Unterhaltung und sie war gut darin, die Geschichte zu erzählen. Wir haben viele Ahn gesprochen in der Hall, bis uns die Felle gerufen haben und wir uns auf den Weg machten. Ich in die Mühle und sie wohl in die Heilerei.

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