Schmied und Axt

Die Mühle ist gesichert. Ich habe Fässer vor die Schiebetür gestellt, die Pfeile für mich abfangen, sollte es zum Angriff kommen. Die Fässer oben habe ich nach unten verfrachtet und oben ein Fell und eine Truhe platziert. Mehr brauche ich nicht. Damit ist die Mühle schon ganz gut aufgestellt. Ich kann meiner Arbeit nachgehen vor dem Wall und muss mich dabei nicht alle paar Ehn umdrehen. Zudem habe ich die Wache am Waldrand entdeckt. Ich stehe also nicht allein im Kampf und er kann sich auf mich verlassen.

Ich wollte gerade etwas frische Luft schnappen. Da sehe ich Gerwin, der an den Holzpuppen seine Fähigkeiten im Axtwerfen trainierte. Natürlich ging ich auf ihn zu. Mich interessiert sein können, immerhin ist Jeder Krieger gerade jetzt gefragt und jeder muss seinen Beitrag leisten. Im Gespräch sagte er mir, dass ich bei ihm Waffen erhalte. Ich sollte mir einen Bogen zulegen und ein Schild. Zwei Äxte sind vorteilhaft im Nahkampf aber wie oft ist es das Schild, das einen Krieger vor einem Pfeil bewahrt? Ich werde nicht lange zögern und mich für den Kampf wappnen.

Im weiteren verlauf unseres Gesprächs habe ich erfahren, dass er noch recht Jung ist und sich danach sehnt seine Saga zu schreiben. Ich kann ihn verstehen. Wir sind alle die Kinder unserer Väter und leben im Schatten ihrer Geschichten. Er erwähnte die Zeit in der es Feuerbringer gab und das Leben ein einziges Abenteuer zu sein schien. Wer weiß wieviele der alten Geschichten wahr sind und wieviel davon nur Legende. Seine Zeit wird kommen und ebenso meine. Sein Gedanke die Wilden zu finden und anzugreifen hüllt mich aber in Sorge. Ich hoffe er nimmt meinen Rat ernst, nicht allein zu gehen. Es ist seine Entscheidung und ich werde ihn nicht abhalten aber meine Axt wird an seiner Seite stehen, wenn er es zulässt.

Elin hat zu uns gefunden, während wir redeten. So langsam wird es Ernst. Die Vorbereitungen finden ihr Ende. Das Feld wird noch in dieser Hand gepflügt und die erste Saat wird gesetzt. Sie hat tatkräftig mitgewirkt. Jetzt muss ich nur noch das Vorratslager aufsuchen und das gelagerte Saatgut begutachten. Wir liegen gut in der Zeit, dafür dass wir so wenig davon haben. Hoffen wir, dass der Wind sich nicht dreht und uns das Wetter einen strich durch die Rechnung macht. Regen würde uns die Arbeit erschweren aber sie muss getan werden. Koste es was es wolle.

Zurück in den warmen Fellen, bin ich erleichtert, die Wache am Wald zu wissen. Ich kann dennoch nur schwer einschlafen. Ganze Ahn vergehen. Elin liegt längst bei mir und wärmt mich mit ihrem wohlgeformten Körper aber die Unruhe überkommt mich. Ich klettere nach unten. Meine Äxte fest im Griff. Ich gehe zum Wald aber die Wache ist weg. Ich lausche den Geräuschen im Wind. Ich höre Schritte. Äxte die darunter brechen lassen mich aufhorchen. Ich bin leise und starre in ihre Richtung. Ich schleiche mich leise an. Wie ein Larl der seine Beute ins Visier nimmt, blicke ich auf die Silhouette die sich mir offenbart. Sie kommt näher und ich bin bereit. Mein Körper steht unter Spannung und das Adrenalin steigt spürbar auf. Es kommt auf mich zu und als ich erkenne, dass es die Wache ist, fühle ich die Erleichterung in mir. Er grüßte und war verwundert, dass ich da war. Er war wohl nur beim Pissen aber wer kann es ihm verübeln.

Ich kehre also erleichtert zurück zu Elin ins Fell und schmiege mich nah an sie. Es dauerte noch eine Weile, doch die Müdigkeit übermannt irgendwann jeden.

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